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Word-Dokumente als Markdown speichern – mit Pandoc und einem kleinen VBA-Makro

Markdown ist eine attraktive Alternative zu HTML, da es sich auf das Wesentliche beschränkt: Die Auszeichnung von Textdokumenten ohne Extras und Formalitäten.

Auch für Buchautoren und allgemein für Autoren technischer Dokumentation ist Markdown eine Alternative. Das macht z.B. die Dokumentation auf GitHub eindrucksvoll deutlich.

Auch wenn man Markdown mit jedem Editor schreiben kann, z.B. auch mit Visual Studio Code, die meisten Autoren schreiben nach wie vor mit Word (Winword). Da Word in der Version 2016 Markdown nicht als Format anbietet (ich bin mir sicher, dass dies mit einer kommenden Version nachgeholt wird), ist aktuell noch etwas Bastelarbeit erforderlich.

Am einfachsten ginge es mit dem Word-Add-In Writage, das als Msi-Datei heruntergeladen und als klassisches COM-Add-In registriert wird. Die Erweiterung befindet sich offenbar immer noch in der Entwicklung. Aktuell ist sie daher kostenlos, sollte es irgendwann eine Version 1.0 geben, könnte sich das eventuell ändern. Writage verwendet den universellen Dokumentkonverter Pandoc, von dem noch die Rede sein wird. Wurde Writage installiert, sollte beim Abspeichern eines Dokuments Markdown als weiteres Format angeboten werden.

Leider hat die Installation bei mir nicht funktioniert, auch wenn sie glatt durchlief. Ein Abspeichern im Markdown-Format war nicht möglich. Das COM-Add-In wurde zwar registriert, aber offenbar kein Programm eingetragen, so dass auch nichts gestartet werden konnte.

Anstatt mich auf die Fehlersuche zu begeben habe ich ein kleines VBA-Makro erstellt, was nichts anderes macht als das aktuelle Dokument mit dem vielseitigen Dokumentkonvertierer Pandoc.exe zu konvertieren. Damit das Makro funktioniert, muss die Windows-Version von Pandoc zunächst von der folgenden Webseite heruntergeladen werden:

https://pandoc.org

Auf der Webseite gibt es zahlreiche Beispiele für den Aufruf von Pandoc in der Befehlszeile.

Das folgende Makro geht weiterhin davon aus, dass sich Pandoc.exe im Verzeichnis C:\Program Files (x86)\Pandoc befindet.

Die Idee ist, dass aus dem Dateinamen des aktuellen Word-Dokuments der Name der Md-Datei gebildet wird, die im selben Verzeichnis abgespeichert wird. War die Konvertierung erfolgreich, wird eine Meldung ausgegeben.

Wer VBA kennt, weiß, dass diese „Programmiersprache“ ihre Eigenheiten besitzt. Aber man kommt zum Ziel und darauf kommt es an. Man darf sich lediglich noicht von diversen Eigenheiten davon abbringen lassen oder gar entnervt aufgeben (auch zu VBA enthält Stackoverflow jede Menge Fragen mit teilweise sehr ausführlichen Antworten – ehrlich gesagt, sehr viel einfacher kann bei SO nichts für seine Reputation tun;)

Das folgende kleine Makro konvertiert das aktuelle Dokument per Paradoc in das Md-Format. Es wird in ein Modul eingegeben, das zur Dokumentvorlagendatei hinzugefügt wurde.

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen Lesern meines Codeinsel-Blogs frohe und gesegnete Weihnachten und die Zeit und vor allem innere Ruhe, um die Feiertage für die wichtigen Dinge im Leben nutzen zu können, weit weg vom Alltag mit seinen zahlreichen Verpflichtungen und Nebensächlichkeiten.

Peter Monadjemi

Weihnachten 2017 vor dem Reichtstag in Berlin (auch ohne konstituierte Regierung ein schöner Anblick)

(Quelle: Fotalia.com/Urheber: sborisov)

Moderne VB-Programmierung – Teil 3 (String-Interpolation)

Eine praktische Neuerung ist die String-Interpolation. Sie ermöglicht es, in eine Zeichenkette einen beliebigen Ausdruck einzusetzen, dessen Wert bei der Ausgabe der Zeichenkette eingesetzt wird. Die Zeichenkette muss dazu lediglich mit einem $ eingeleitet werden, der Ausdruck wird in geschweifte Klammern gesetzt. String-Interpolation erspart den Aufruf der Format-Methode der String-Klasse und macht den Quelltext etwas besser lesbar.

Hier ein kleines Beispiel, bei dem zwei Eigenschaften eines Document-Objekts ausgegeben werden.

Mit Visual Basic und .NET Core 2.0 zu neuen Ufern aufbrechen – leider nur begrenzt

Mit .NET Core, der Open Source-Implementierung des .NET Framework, ist ab der aktuellen Version 2.0 auch Visual Basic dabei. Damit laufen VB-Programme unter allen Plattformen, auf denen .NET Core 2.0 installiert werden kann. Neben den wichtigsten Linux-Distributionen ist dies Mac OS. Auch ein Raspian Pi-Kleincomputer mit Raspian Linux als Betriebssystem gehört inzwischen dazu: https://blogs.msdn.microsoft.com/david/2017/07/20/setting_up_raspian_and_dotnet_core_2_0_on_a_raspberry_pi/.

Leider wird die theoretisch grenzenlose Freiheit für VB durch die Entwickler bei Microsoft künstlich eingeschränkt, denn es stehen nur Vorlangen für Konsolenprogramme und Klassenbibliotheken zur Verfügung. Die strategische Überlegung dahinter ist, dass damit das Auslagern von VB-Code aus einer WinForms- oder WPF-Anwendung in eine .NET-Standard-Klassenbibliothek ermöglicht wird. Die Klassenbibliotheken können dann z.B. in eine Universal Windows Platform-Appp eingebaut werden, so dass die die „Geschäftslogik“ einer VB-Anwendung ohne sie in C# neu schreiben zu müssen übernommen werden kann.

Theoretisch lassen sich auch ASP.NET-Core-Anwendungen in VB programmieren, doch ohne Vorlagen und „Tooling“ in Visual Studio 2017 wird das Ganze unnötig mühsam.

Schade, ich finde ein Open Source-Projekt wie .NET Core sollte nicht zu stark durch strategische Überlegungen eines Herstellers eingeschränkt werden (auch wenn dieser das Projekt komplett finanziert). Allerdings gibt es offenbar auch sehr wenige Aktivitäten in der VB-Community. Anders als bei F#.

Dennoch gibt es auch für VB-Entwickler einen direkten Draht zu Microsoft in Gestalt des UserVoice-Forums zu Visual Studio:

https://visualstudio.uservoice.com/forums/121579-visual-studio-ide

Hier wird u.a. bereits gefordert, VB.NET in V# umzubenennen oder den Quellcode von VB6 Open Source zu machen. Jeder kann Vorschläge einreichen und über vorhandene Vorschläge abstimmen.

Mein Besuch auf der Basta! 2017 Viele, viele Schlagworte, enorme Themenvielfalt

Vom 25.9 bis zum 29.9.2017 fand die alljährliche Basta!-Konferenz wie üblich im schönen Mainz statt. Nach ein paar Jahren „Abstinenz“ war ich wieder einmal dabei und mit einem Vortrag mit dem Thema „Moderne VB-Programmierung“ vertreten. Es ist klar, dass Visual Basic nicht mehr das ganz große Thema ist (um es nett zu umschreiben), aber da die Basta! einst als „BASIC-Tage“ begann und dieses Jahr bereits das 20-jährige Jubiläum gefeiert wurde, für die Branche eine Ewigkeit, durfte auch ein Vortrag zu Visual Basic nicht fehlen. Fand ich und der Veranstalter sah es zum Glück auch so, so dass ich am Dienstag um 14 Uhr 30 im Watford A Saal auch tatsächlich einige VB-Entwickler begrüßen konnte.

Insgesamt fiel mir auf, dass die Basta! längst keine reine .NET-Konferenz mehr ist. Es wird ein vielseitiger Themenmix angeboten, der auch reine Webthemen umfasst, die nichts mit .NET zu tunhaben. Viele Schlagworte gab es vor 5 Jahren schlicht nicht, einige sagen mir auch heute noch nichts. Von Ionic hatte ich zum ersten Mal gehört als ich den jungen Mann, der auf der Fahrt zur „VIP-Reception“ am Montagabend im Bus neben mir saß fragte, welche Themen er denn vortragen würde.

Hier ist eine „kleine“ Kostprobe aus dem reichhaltigen Repertoire an Schlagworten und Abkürzungen aus der Konferenzagenda: Microservices, TypeScript, Angular, Angular Router, Docker, Universal Windows Apps, Flexbox CSS, Ionic, Iot-Services, npm, Yarn5, Hadoop, DevOps, Hololens, Hateoas, CQRS, Xamarin, Webpack, RxJS, Alexa, Git, Seneca, Electron, Kubernetes, Cognitives Services, Jekyll, Bitcoin usw. usw.

Keine Frage, die IT-Branche ist in den letzten Jahren enorm gewachsen (und für alle diese Themen werden offenbar Spezialisten gesucht was ja grundsätzlich positiv ist). Eine Konferenz wie die Basta! bildet alle diese Themen ab. Schön, dass es noch Vorträge mit für mich auf Anhieb verständlichen Titeln wie „Neues bei C# 7.0“ gab. Stark vertreten sind nach wie vor Vorträge zum Thema Projektmagenment. Ein sehr guter Vortrag, den ich eher zufällig besucht hatte, war „Auf zum Mond! Agilität und DevOps vor fünfzig Jahren – und heute?“ von Thomas Buch, in dem dieser die Lehren, die in Bezug aus dem großen Projekten der Weltraumbehörde NASA in den 70er Jahren gezogen werden können, auf Software-Entwicklungteams übertrag.

Dienstag-Abend wurde die Rheingold-Halle zum Oktoberfest-Festzelt umkonfiguriert – es gab natürlich Bier (allerdings nicht aus Bayern, der Gerstensaft stammte vielmehr aus dem ca. 160 Km entfernten Bitburg), die obligatorischen Haxen, jede Menge Brezeln und andere Zutaten, die in jedes Festzelt passen. Der Höhepunkt des Abends war die Verlosung eines nagelneuen Strandkorbs. Auch das hat Basta!-Tradition, Teilnehmer der Anfangsjahre werden sich erinnern. Die Finalisten auf der Bühne mussten anhand von vorgespielten Modemtonfolgen erkennen, ob es sich um ein 14.4, 33.6 oder 56 K-Modem handelt. Die Älteren werden sich erinnern. Eigentlich eine schwer bis unlösbare Aufgabe, da sich für mich alle Tonfolgen gleich anhörten (dabei war ich bereits 1981 stolzer Besitzer eines 300 Baud-Modems) dennoch gab es einen Gewinner: Ein Entwickler aus Aurich und damit aus einer Gegend, in der Strandkörbe aufgrund der Nähe zu verschiedenen Nordseestränden ein vertrauter Anblick sind, war der glückliche Gewinner. Nach eigener Aussage hatte er sich schon immer ein solches Möbelstück für den Garten gewünscht – von daher hätte es nicht besser passen können.

Das Programm der Basta! 2017 in Mainz findet ihr hier: https://basta.net/programm/

Die nächste Basta! findet vom 19. bis 23.2.2018 in Frankfurt statt (übrigens zeitgleich zum Microsoft Technical Summit, der am 21. und 22.2.2018 ebenfalls in Frankfurt stattfinden wird).

Abschließend noch ein paar von mir geschossene Schnappschüsse von der Basta! 2017.

Mein Vortrag auf der Basta! 2017

Ich bin Sprecher auf der Basta! 2017

Nach einigen Jahren Pause werde ich auf der nächsten Basta!-Konferenz wieder einen Vortrag halten. Es ist keine gewöhnliche Konferenz. Die einstigen „BASIC Tage“ feieren ihr 20 jähriges Jubiläum als Konferenz.

Mein Thema ist (natürlich) Visual Basic. Auch wenn die Sprache für viele ein wenig wie aus der Zeit gefallen erscheinen mag, ist wie immer noch sehr attraktiv. Selbst Schulungsanfragen zu Visual Basic 6.0 treffen von Zeit zu Zeit noch ein. Mit .NET Core 2.0 steht Visual Basic auch beim portablen .NET Framework zur Verfügung und läuft damit auch unter Linux und Mac OS. Da sich mit .NET Core keine Desktop-Anwendungen erstellen lassen, ist dies eher eine hübsche Randnotiz.

In meinem Vortrag wird es in erster Linie um die Spracherweiterungen gehen, die mit den jüngsten Versionen 14.0 (Visual Studio 2015) und 15.0 (Visual Studio 2017) dazu gekommen sind. Wer hätte gedacht, dass Visual Basic es soweit bringen würde. Außerdem wird es um .NET Core 2.0 und einen kurzen Ausblick auf Xamarin und Docker (!) geben.

Weitere Infos zur Basta! gibt es wie immer unter der folgenden Adresse: http://www.basta.net.

Die Anzahl an Themen und vor allem Sprechern ist wirklich erstaunlich. Das bedeutet ein volles Programm an den drei Hauptkonferenztagen. Ich freue mich auf den Vortrag und hoffe, dass es noch ein paar VB-Fans gibt, die kommen werden.

Visual Basic lebt und ist Teil von .NET Core 2.0

Visual Basic ist ein Phänomen als Programmiersprache. Oft geschmäht, oft tot gesagt, selten gelobt, ist sie immer seit nunmehr über 25 Jahren immer noch da und hat, wie könnte es auch anders sein, eine Zukunft.

Bei .NET Core 2.0, der Open Source-Version des .NET Frameworks (vereinfacht umschrieben), die vor kurzem fertig gestellt wurde, wird VB erstmals offiziell dabei sein. Für Visual Studio 2017 muss mindestens Update 3 vorhanden sein. Für Visual Studio 2015 gibt es wie es aussieht leider keine Vorlagen. Falls nach der Auswahl von „Visual Basic“ bei VS 2017 kein „.NET Core“ als Unterkategorie angeboten wird, musst die IDE zuerst aktualisiert werden.

Visual Studio 2017 bietet neuerdings Vorlagen für VB und .NET Core

Damit läuft Visual Basic 2017 ganz offiziell mit dem Segen von Microsoft auch unter Linux, Mac OS und wo immer sich .NET Core 2.0 installieren lässt. Das ist zwar grundsätzlich nichts Neues, da es bereits vor vielen Jahren einen VB-Compiler als Teil des Mono-Projekts gab, doch ist es für mich ein wichtiges Signal dafür, dass die .NET Core-Verantwortlichen VB nicht vergessen haben (bzw. Irgendjemand mit Einfluss Druck gemacht hat).

Ich war bekanntlich immer ein großer Fan von VB, auch wenn ich den letzten Jahren fast nur noch in C# programmiert habe. Von daher waren die paar Zeilen VB-Code, die ich am Wochenende mit .NET Core 2.0 ausprobiert habe, schon etwas ungewohnt (wie hieß noch einmal das Pendant zum using-Befehl und wird eine for-Schleife nicht mit Next beendet?).

In Visual Studio 2017 ist die Umsetzung einfach wie immer. IDE starten, Vorlage auswählen, Code eintippen und auf F5 drücken. Es gibt natürlich auch einen Debugger.

Wichtig: Aktuell (Stand August 2017) muss .NET Core 2.0 noch separat installiert werden. Nach Auskunft von Rich Lander, einem der Verantwortlichen bei Microsoft für .NET Core, soll es erst mit Update 4 oder 5 Teil des Setups von Visual Studio sein:

https://blogs.msdn.microsoft.com/dotnet/2017/08/14/announcing-net-core-2-0/

VB-Programme können unter .NET Core natürlich auch debuggt werden

Auch mit Visual Studio Code kommt man zum Ziel, wenngleich es keine so schönen Eingabehilfen und vor allem (noch?) keinen Debugger gibt (sollte es so bleiben, was ich nicht hoffe, wäre das natürlich ein absolutes K.O-Kriterium).

Die folgende Schrittfolge (die Installation des .NET Core 2.0 SDK vorausgesetzt) führen mit Visual Studio Code zu einem Erfolgserlebnis:

1) Anlegen eines leeren Verzeichnisses in der Eingabeaufforderung bzw. PowerShell, z.B. mit dem Namen „HalloVB“, und wechseln in das Verzeichznis (cd HalloVB“).

2) Eingabe von „dotnet new console -lang vb“. Dadurch werden eine Projektdatei („HalloVB.vbproj“) und eine Quellcodedatei („Program.vb“) angelegt.

3) Eingabe des Quelltextes:

Das kleine Beispiel ist eine etwas absurde Mischung aus „moderner Programmierung“ (es kommt ein Lambda vor) und jenem Spaghetticode, für den BASIC früher berühmt-berüchtigt war. Also, ernst gemeint ist das Beispiel nicht.

4) Kompilieren und ausführen über „dotnet run“.

Danach sollen ein paar Meldungen in der Konsole erscheinen. Erzeugt wird übrigens keine Exe-, sondern eine Dll-Datei.

Mit Visual Studio 2017 geht natürlich alles sehr viel komfortabler. Ein Punkt, der für Visual Studio Code spricht ist natürlich, dass es auch unter Linux & Co läuft, was bei Visual Studio nicht der Fall ist und auch nie der Fall sein wird.

Auf alle Fälle hat es Spaß gemacht nach so vielen Jahren der „Abstinenz“ wieder ein paar Zeilen VB-Code in einen Editor inzutippen, die sich theoretisch 1:1 auf alle möglichen Plattformen übertragen lassen.

Visual Basic ist natürlich nicht nur bei .NET Core 2.0 dabei, sondern unter dem aktuellen Namen Visual Basic 2017 auch beim großen .NET Framework. Die Sprache hat mit den letzten Versionen ein paar interessante Neuerungen erhalten. Ich erwähne nur Iteratoren, Tupel und, viele es werden es kaum glauben, Zeilenumbrüche innerhalb eines Befehls, ohne dass ein Zeilenumbruchzeichen eingegeben werden muss.

Wie es aussieht werde ich auf der kommenden Basta! in Mainz dabei sein, die vom 23.9 bis 28.9.2017 stattfinden wird, und das neue Visual Basic in einem Vortrag vorstellen. Weitere Infos gibt es wie immer unter http://www.basta.net.

Einen sehr guten Überblick über die Neuerungen von VB 2017 gibt ein Blog-Eintrag des Visual Basic-Teams bei Microsoft geschrieben von VB-Experte Klaus Löffelmann:

https://blogs.msdn.microsoft.com/vbteam/2017/03/30/whats-new-in-visual-basic-2017/

Pdf-Dateien in Bitmaps zerlegen mit freier Software

In diesem Beitrag geht es um eine grundsätzlich einfache Anforderung: Ein Pdf-Dokument soll als Teil einer WPF-Anwendung seitenweise als Bitmap-Datei gespeichert werden, so dass sich z.B. eine einfache Seitenvorschau umsetzen lässt.

Natürlich gibt es jede Menge kommerzieller Komponenten, die alle sehr gut sind (ich verwende für ein Projekt z.B. Apose.Pdf for .Net, die ich empfehlen kann, auch wenn sie nicht ganz preiswert ist), und mit deren Hilfe sich die Anforderung in ein paar Zeilen Code umsetzen ließe. Für einen MVVM-Lehrgang ging es mir darum, keine kommerzielle Komponente verwenden zu müssen. Die Suche erwies sich als schwieriger als gedacht, denn die Anzahl freier Pdf-Tools ist mehr als überschaubar. Geht es um das Erstellen von Pdf-Dokumenten sind PdfSharp bzw. Migradoc eine sehr gute Wahl, allerdings bieten sie keine Renedering-Funktionalität.

Die offenbar einzige (!) freie Software, die Pdf-Dateien darstellen kann, ist muPdf von den Ghostscript-Entwicklern Artifex (https://mupdf.com). Der Sourcecode liegt in C vor, die Make-Datei erzeugt offenbar eine Exe-Datei, so dass das Einbinden in eine .NET-Assembly und Aufrufe per p/Invoke keine Option sind.

Zum Glück gibt es immer fleißige Entwickler, die solche Herausforderungen annehmen und anderen das Ergebnis ihrer Arbeit zur Verfügung stellen. Auf Codeproject gibt es zwei Projekte, die eine gute Grundlage für eigene Projekte sind:

1) https://www.codeproject.com/articles/498317/rendering-pdf-documents-with-mupdf-and-p-invoke-in

2) https://www.codeproject.com/Articles/579878/MoonPdfPanel-A-WPF-based-PDF-Viewer-Control

Im ersten Artikel beschreibt der Autor ausführlich, wie er in die von den Entwicklern von SumatraPdf, einem kleinen und feinen Open Source-Pdf-Betrachter, zur Verfügung gestellte muPdf-Bibliothek per p/Invoke einbindet.

Der zweite Artikel verwendet ebenfalls muPdf und macht daraus gleich ein Wpf-Control, das die Seiten eines Pdf-Dokuments anzeigen kann. Einfacher geht es fast nicht mehr.

Ich habe für mein Projekt eine andere Alternative verwendet in Gestalt des enorm vielseitigen Tools ImageMagick (z.B. http://imagemagick.sourceforge.net/http/www/windows.html).

Dieses Tool basiert auf Ghostscript, das daher zuvor installiert werden muss, und liegt als Exe-Datei vor. Es wandelt die Seiten einer Pdf-Datei in Bitmaps in einem beliebigen Format um. Auch wenn es grundsätzlich kein Problem mehr, die Exe-Datei als externen Prozess zu starten, etwas eleganter geht es mit Hilfe von Magick.Net, eine Assembly, die ImageMagick kapselt: https://magick.codeplex.com. Die Assembly kann auch per NuGet hinzugefügt werden. Auch hier muss Ghostscript zuvor installiert werden.

Das Abspeichern der Seiten einer Pdf-Datei als Bitmaps wird damit sehr einfach:

Ob sich diese Lösung auch für „echte“ Projekte eignet, bei denen sehr große Pdf-Dokumente geladen werden sollen, kann ich aktuell nicht beurteilen. Auf der seinen Seite wirkte mein Beispielprogramm etwas langsam und brach einem Versuch eine Pdf-Datei mit 420 Seiten zu laden mit einer OutOfMemoryExcception ab (allerdings hatte ich den Dpi-Wert auch auf 300 eingestellt, so dass jede einzelne Bitmap über 1 MB groß war). Kleinere Dateien mit ca. 40 Seiten werden schnell geladen. Auf der anderen Seite dürften die Entwickler von SumatraPdf dafür sorgen, dass die muPdf-Bibliothek performant genug ist, um auch mit großen Pdf-Dateien klarzukommen (das Laden der 420-Seiten-Datei in Sumatra Pdf ist kein Problem, sie wird praktisch verzögerungsfrei geladen).

Das Hauptausschlußkriterium für die Verwendung von muPdf und Ghostscript in einem Kundenprojekt dürfte das Lizenzmodell sein. Artifex beschreibt es ausführlich unter der folgenden Adresse: http://artifex.com/licensing/. Da es auf AGPL basiert (GNU Affero General Public License), müssste der Sourcecode der eigenen Anwendung veröffentlicht werden, was in der Regel nicht in Frage kommt. In den Lizenzbedingungen wird aber auch darauf hingewiesen, dass unter bestimmten Bedingungen auch eine Exe-Datei ausgeliefert werden darf. Wichtig ist, dass der Anwender erkennt, dass er oder sie muPdf und Ghostscript separat installieren.

Da ich alles andere als ein Experte für Lizenzierungsdetails bin und bei meinem Beispielen ohnehin immer der Quellcode dabei ist, ist dieser Aspekt für mich kein Thema. Für die meisten Entwickler dürfte das Lizenzmodell aber zu restriktiv bzw. „undurchsichtig“ sein (man kann natürlich bei Artifex nachfragen), so dass es am Ende wieder auf eine kommerzielle Komponente hinausläuft. Schade, dass Microsoft dieses Thema komplett ignoriert hat. Ein Pdf-Viewer als Teil des .NET Framework wäre eine natürlich sehr praktisch. Doch aller Voraussicht nach wird es dazu nie kommen.

Meine ersten Gehversuche mit AutoFac – Teil 1

In diesem Beitrag beschreibe ich meine ersten Gehversuche mit AutoFac, einem vielversprechenden DI-Container (DI = Dependency Injection).

Ich hatte in den vergangangen Jahren den sehr einfachen SimpleIOC-Contailer von Laurent Bugnion verwendet, der Teil von MVVM Light ist. Doch da ich MVVM Light seit einigen Jahren nicht mehr verwende und stattdessen die aus meiner Erfahrung sehr gute MVVM-Assembly von DevExpress (deren Kern nicht nur kostenlos, sondern auch quelloffen ist), habe ich auch SimpleIOC aus den Augen verloren.

Die wichtigste Frage natürlich vorweg: Wozu braucht man einen DI-Container?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten und sie ähnhelt der Frage, die Anfang der 90er Jahre of gestellt wurde. Wozu brauche ich diese Vererbung?

Schon damals hatte ich keine guten Antworten parat, außer dem üblichen „Sie führt einfach zu besser strukturiertem Code“. Aha. Bei DI ist es ähnlich. Wer DI konsequent einsetzt, kommt tatsächlich zu deutlich besser strukturiertem Quellcode. Der Weg dahin ist allerdings lang und beschwerlich. Und das nicht, weil DI eine komplizierte Technik ist. Das ist nicht der Fall. Der Grund ist, dass man ein Prinzip verstanden haben, muss, dass sich grundlegend auf den Programmaufbau auswirken kann (aber nicht unbedigt muss). Man muss ein wenig daran glauben.

Zum Glück gibt es auch ein wenig DI, genauso wie es auch ein wenig OOP damals gab. Auch wenn viele Puristen davon nicht viel halten, ich kann diesen Ansatz vertreten,dd aman damit in das Thema hineinwachsen kann.

Warum AutoFac? Gegenfrage: Warum nicht? Es gibt über ein Dutzend DI-Container, AutoFac ist einer der Namen, die immer wieder genannt werden. Die Webseite macht einen guten Eindruck, das Projekt wird laufend weiterentwickelt was sehr wichtig ist, es gibt viele Beispiele (u.a. im Rahmen von WCF), viele Fragen mit Antworten auf StackOverflow usw. für einen DI-Container muss man sich entscheiden (mir sagt Unity vom Pattern&Practices Team bei Microsoft nicht ganz so zu, was aber eher eine Frage der persönlichen Präferenzen ist und die sind bekanntlich breit gestreut). Und da in einem Projekt, mit dem ich beruflich zu tun hatte, AutoFac verwendet wurde, war dies der Anlass mich selber etwas mit AutoFac zu beschäftigen.

Die sehr gut gemachte Projektwebseite ist http://autofac.readthedocs.io/en/latest/index.html

Schritt 1: AutoFac hinzufügen

Das geht dank Package Manager-Konsole sehr einfach:

Install-Package AutoFac

Schritt 2: Typen registrieren

Ausgangspunkt ist ein sehr kleines Konsolenprogramm, das ein Interface und ein paar Klassen verwendet:

>IDocumentService.cs
>DocumentFileService.cs
>DocumentViewModel.cs
>MainViewModel.cs

Das Ziel soll es sein, eine Instanz der MainViewModel-Klasse zu erhalten, deren Documents-Eigenschaft eine Reihe von DocumentViewModel-Instanzen liefert, die zuvor per DocumentFileService, die IDocumentService mit ihrer GetDocuments-Methode implementiert, aus einer Xml-Datei eingelesen wurden.

Der Beitrag ist aktuell nur provisorisch, ich werde ihn in den nächsten Tagen noch einmal überarbeiten. Grundsätzlich hat es aber funktioniert:)

Wissen ohne Ende – ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte

Fortbildung steht hoch im Kurs, das weiß ich sowohl als Trainer für .NET und PowerShell, aber auch als jemand, der selber permanent Wissen aufnimmt und versucht sich neue Techniken beizubringen (aktuell z.B. Authentifizierung von Web-Anwendungen im Zusammenhang mit Azure AD). Natürlich findet man sehr viel Know-how im Web, vor allem als Videos, ber ob man sich stundenlang durch Blog-Einträge, Tutorials, die oft nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind, und mehr oder weniger gut gemacht und verständliche Videos zu klicken, oder man einem jemand ein Themengebiet systematisch erklärt, ist ein großer Unterschied.

Es gibt schon seit Jahren teilweise kostenlose, teilweise kostenpflichtige Weiterbildungsportale. Eines davon ist die Microsoft Virtual Academy, ein anderes die Plattform Udemy (https://www.udemy.com/), ein Drittes das im deutschprachigen Raum beliebte Video2Brain, das, über mehrere Stationen, inzwischen an Microsoft angedockt wurde.

Und da gibt es noch den großen Know-how-Verlag O’Reilly, der schon seit vielen, vielen Jahren für Bücher und Videos mit einem hohen Qualitätsanspruch steht, der so gut wie immer auch eingehalten wird. Vorbildlich.

Von O’Reilly, jetzt komme ich zum Thema dieses Blog-Eintrags, erhielt ich vor kurzem ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte – für 199 US$ (172€) pro Jahr erhält man einen unbegrenzten Zugang zum Safari-Portal, auf dem laut Verlag über 40.000 Bücher und Videos zu allen denkbaren IT-Themen zur Auswahl stehen. Regulär kostet das Abo 399 U$S pro Jahr. Das Abo ist jederzeit kündbar, der Preis, so verspricht es der Verlag, bleibt für immer konstant. Normalerweise bin ich bei solchen Angeboten skeptisch, da ich erfahrungsgemäß aus den unterschiedlichen Gründen nur einen Bruchteil des Angebots nutze, so dass der Erwerb der einzelnen Bücher in jedem Fall um einiges günstiger wäre (der Klassiker sind die Visitenkarten, die einem mit dem Argument verkauft werden, dass 300 Stück statt 50 Stück doch deutlich günstiger sind – bezogen auf den Stückpreis – das Ergebnis ist, das noch ca. 280 Stück in dem kleinen Pappkarton liegen, in dem sie geliefert wurden). Bei dem Angebot habe ich das Gefühl, dass es sich lohnen – alleine die freie Auswahl bei den Trainingsvideos zu haben ist für jemanden, der selber Schulungen durchgeführt, das Geld wert.

PS: Das Angebot gilt noch bis zum 4. August 2016 – wer diesen Blogpost zufällig heute (4.8) lesen sollte, kann sich das Angebot noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Weitere Infos gibt es unter https://www.safaribooksonline.com