Archiv der Kategorie: Allgemein

Die ersten elf Mitarbeiter von Microsoft

Als ich vor kurzem dabei war für eine Konferenz einen kurzen Lebenslauf zu verfassen, fiel mir wieder einmal auf, dass ich mich etwa zur selben Zeit mit dem Thema Programmierung beschäftigt hatte als die Firma Microsoft in Albuquerque/New Mexico von Bill Gates und Paul Allen gegründet wurde. Eine kurze Internet-Recherche führte mich wieder zu dem Foto der ersten 11 Mitarbeiter von Microsoft, das eher per Zufall entstanden war (einer der Mitarbeiter hatte einen Preis in einem Radio-Quiz gewonnen, der darin bestand, sich in einem Fotostudio fotografieren lassen zu können – ansonsten wäre das Gruppenfoto vermutlich nie zustande gekommen). 2008, also 30 Jahre später, hatte sich die Gruppe noch einmal zu einem Gruppenfoto zusammengefunden.

https://www.businessinsider.de/microsoft-1978-photo-2016-10?op=1&r=US&IR=T

Wie sich alles für Bill Gates und Paul Allen entwickelt hat, wird sicher jeder wissen. Und das OS/2-Buch von Gordon Letwin dürfte bei vielen Windows-Entwicklerveteranen noch im Regal stehen. Das Schicksal der anderen verlief recht unterschiedlich. Die meisten haben das Unternehmen ein paar Jahre später verlassen. Wir werden alle älter und irgendwann kommt der Punkt, an dem man auf sein Leben mehr oder weniger kritisch zurückblickt. Man hat es selber in der Hand, dass die Bilanz dann einigermaßen positiv ausfällt.

SQL lernen im Jahr 2018

Wie war das noch einmal mit den SQL-Joins? Es gibt Left und Right Inner Joins und dann einen „normalen“ Join, der offenbar einem Left Inner Join entspricht. Wer wie ich SQL nur alle paar Jahre benötigt (ich habe den subjektiven Eindruck, dass das klassische SQL im Jahr 2018 wieder stark gefragt ist) kann nicht alle Details im Kopf behalten. Früher hätte man eines der zahlreichen SQL-Bücher zu Rate ziehen (und in der Regel erst einmal käuflich erwerben müssen, wie z.B. SQL in 21 Tagen oder SQL Queries for Mere Mortals (bei dem es zu jeder SQL-Anweisung auch eine Abbildung gibt).

Seit Jahren lernt man SQL wie vieles andere auch aus dem Internet konkret man findet die Lösung bei Stackoverflow. Ich nutze SO seit vielen Jahren, doch als ich nach dem Stichwort „SQL Left Outer join compare regular join“ suchte, war selbst ich überrascht angesichts der Fülle an Antworten, die fast keine Wünschen offen lassen und die teilweise mit Illustrationen versehen sind, die so manches Fachbuch für Hochschulen qualitativ aufwerten würden.

Hier ist der Link:

https://stackoverflow.com/questions/38549/what-is-the-difference-between-inner-join-and-outer-join#38578

Besonders faszinierend ist der Umstand, dass die Frage lediglich „What is the difference between “INNER JOIN” and “OUTER JOIN”? lautet. Ohne weitere Erläuterungen oder einem „schon einmal vielen Dank für eure Antworten“. In jedem anderen Forum wäre die Antwort, wenn der Fragesteller glimpflich davon kommen würde, ein „LMGTFY“ (die passenden Sticker gibt es hier: https://lmgtfy.com/stickers.html?s=p&v=16). In der Regel wäre die Antwort in fast jedem anderen Forum eine mehr oder weniger explizite Form von Sarkasmus gepaart mit der einen oder anderen Belehrung oder gar Schmähung. Ganz anders bei SO. Nicht nur, dass die Frage in epischer Länge von den unterschiedlichsten Autoren beantwortet wird, auch die Frage selber wird hochbewertet und besitzt über 4000 (Punkte?).

Ich kann es nur immer wieder wiederholen, Stackoverflow ist ein Phänomen, das nicht nur enorm zur Wissensererwerb unter Entwicklern beigetragen hat, sondern, dass auch die Umgangsformen auf ein bis dahin nie erreichtes Niveau gebracht hat. Alleine dafür muss es eines Tages Weltkulturerbe werden.

Genial was man alles mit JavaScript machen kann (wenn man ein so fähiger Entwickler ist)

Über die Seite bin ich sehr per Zufall gestoßen als ich nach einem HTML-Ersatz für PowerPoint gesucht hatte (wieder einmal):

https://hakim.se/

Auch wenn ich in den letzten Jahren schon einige beeindruckende Browser-Apps gesehen haben, die Beispiele, die der Entwickler hier zusammengestellt hat, verdienen das Prädikat genial.

Irgendwie genial: Ein Bilderbuch erklärt das Web und die Funktionsweise eines Browsers

Auch wenn ich beim Blättern das Gefühl hatte, das alles schon einmal vor 10 Jahren oder länger in ähnlicher Form (was das Blättern angeht) gesehen zu haben, ist das kleine Bilderbuch, das mit einfachen Worten die Funktionsweise des Webs und eines Browsers erklärt, einfach genial:

http://www.20thingsilearned.com/de-DE/home

Ich bewundere Menschen, die so kreativ sind und etwas mit einer solchen Leichtigkeit und dem gewissen Extra auf den Punkt bringen können.

Word-Dokumente als Markdown speichern – mit Pandoc und einem kleinen VBA-Makro

Markdown ist eine attraktive Alternative zu HTML, da es sich auf das Wesentliche beschränkt: Die Auszeichnung von Textdokumenten ohne Extras und Formalitäten.

Auch für Buchautoren und allgemein für Autoren technischer Dokumentation ist Markdown eine Alternative. Das macht z.B. die Dokumentation auf GitHub eindrucksvoll deutlich.

Auch wenn man Markdown mit jedem Editor schreiben kann, z.B. auch mit Visual Studio Code, die meisten Autoren schreiben nach wie vor mit Word (Winword). Da Word in der Version 2016 Markdown nicht als Format anbietet (ich bin mir sicher, dass dies mit einer kommenden Version nachgeholt wird), ist aktuell noch etwas Bastelarbeit erforderlich.

Am einfachsten ginge es mit dem Word-Add-In Writage, das als Msi-Datei heruntergeladen und als klassisches COM-Add-In registriert wird. Die Erweiterung befindet sich offenbar immer noch in der Entwicklung. Aktuell ist sie daher kostenlos, sollte es irgendwann eine Version 1.0 geben, könnte sich das eventuell ändern. Writage verwendet den universellen Dokumentkonverter Pandoc, von dem noch die Rede sein wird. Wurde Writage installiert, sollte beim Abspeichern eines Dokuments Markdown als weiteres Format angeboten werden.

Leider hat die Installation bei mir nicht funktioniert, auch wenn sie glatt durchlief. Ein Abspeichern im Markdown-Format war nicht möglich. Das COM-Add-In wurde zwar registriert, aber offenbar kein Programm eingetragen, so dass auch nichts gestartet werden konnte.

Anstatt mich auf die Fehlersuche zu begeben habe ich ein kleines VBA-Makro erstellt, was nichts anderes macht als das aktuelle Dokument mit dem vielseitigen Dokumentkonvertierer Pandoc.exe zu konvertieren. Damit das Makro funktioniert, muss die Windows-Version von Pandoc zunächst von der folgenden Webseite heruntergeladen werden:

https://pandoc.org

Auf der Webseite gibt es zahlreiche Beispiele für den Aufruf von Pandoc in der Befehlszeile.

Das folgende Makro geht weiterhin davon aus, dass sich Pandoc.exe im Verzeichnis C:\Program Files (x86)\Pandoc befindet.

Die Idee ist, dass aus dem Dateinamen des aktuellen Word-Dokuments der Name der Md-Datei gebildet wird, die im selben Verzeichnis abgespeichert wird. War die Konvertierung erfolgreich, wird eine Meldung ausgegeben.

Wer VBA kennt, weiß, dass diese „Programmiersprache“ ihre Eigenheiten besitzt. Aber man kommt zum Ziel und darauf kommt es an. Man darf sich lediglich noicht von diversen Eigenheiten davon abbringen lassen oder gar entnervt aufgeben (auch zu VBA enthält Stackoverflow jede Menge Fragen mit teilweise sehr ausführlichen Antworten – ehrlich gesagt, sehr viel einfacher kann bei SO nichts für seine Reputation tun;)

Das folgende kleine Makro konvertiert das aktuelle Dokument per Paradoc in das Md-Format. Es wird in ein Modul eingegeben, das zur Dokumentvorlagendatei hinzugefügt wurde.

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen Lesern meines Codeinsel-Blogs frohe und gesegnete Weihnachten und die Zeit und vor allem innere Ruhe, um die Feiertage für die wichtigen Dinge im Leben nutzen zu können, weit weg vom Alltag mit seinen zahlreichen Verpflichtungen und Nebensächlichkeiten.

Peter Monadjemi

Weihnachten 2017 vor dem Reichtstag in Berlin (auch ohne konstituierte Regierung ein schöner Anblick)

(Quelle: Fotalia.com/Urheber: sborisov)

Moderne VB-Programmierung – Teil 3 (String-Interpolation)

Eine praktische Neuerung ist die String-Interpolation. Sie ermöglicht es, in eine Zeichenkette einen beliebigen Ausdruck einzusetzen, dessen Wert bei der Ausgabe der Zeichenkette eingesetzt wird. Die Zeichenkette muss dazu lediglich mit einem $ eingeleitet werden, der Ausdruck wird in geschweifte Klammern gesetzt. String-Interpolation erspart den Aufruf der Format-Methode der String-Klasse und macht den Quelltext etwas besser lesbar.

Hier ein kleines Beispiel, bei dem zwei Eigenschaften eines Document-Objekts ausgegeben werden.

Mit Visual Basic und .NET Core 2.0 zu neuen Ufern aufbrechen – leider nur begrenzt

Mit .NET Core, der Open Source-Implementierung des .NET Framework, ist ab der aktuellen Version 2.0 auch Visual Basic dabei. Damit laufen VB-Programme unter allen Plattformen, auf denen .NET Core 2.0 installiert werden kann. Neben den wichtigsten Linux-Distributionen ist dies Mac OS. Auch ein Raspian Pi-Kleincomputer mit Raspian Linux als Betriebssystem gehört inzwischen dazu: https://blogs.msdn.microsoft.com/david/2017/07/20/setting_up_raspian_and_dotnet_core_2_0_on_a_raspberry_pi/.

Leider wird die theoretisch grenzenlose Freiheit für VB durch die Entwickler bei Microsoft künstlich eingeschränkt, denn es stehen nur Vorlangen für Konsolenprogramme und Klassenbibliotheken zur Verfügung. Die strategische Überlegung dahinter ist, dass damit das Auslagern von VB-Code aus einer WinForms- oder WPF-Anwendung in eine .NET-Standard-Klassenbibliothek ermöglicht wird. Die Klassenbibliotheken können dann z.B. in eine Universal Windows Platform-Appp eingebaut werden, so dass die die „Geschäftslogik“ einer VB-Anwendung ohne sie in C# neu schreiben zu müssen übernommen werden kann.

Theoretisch lassen sich auch ASP.NET-Core-Anwendungen in VB programmieren, doch ohne Vorlagen und „Tooling“ in Visual Studio 2017 wird das Ganze unnötig mühsam.

Schade, ich finde ein Open Source-Projekt wie .NET Core sollte nicht zu stark durch strategische Überlegungen eines Herstellers eingeschränkt werden (auch wenn dieser das Projekt komplett finanziert). Allerdings gibt es offenbar auch sehr wenige Aktivitäten in der VB-Community. Anders als bei F#.

Dennoch gibt es auch für VB-Entwickler einen direkten Draht zu Microsoft in Gestalt des UserVoice-Forums zu Visual Studio:

https://visualstudio.uservoice.com/forums/121579-visual-studio-ide

Hier wird u.a. bereits gefordert, VB.NET in V# umzubenennen oder den Quellcode von VB6 Open Source zu machen. Jeder kann Vorschläge einreichen und über vorhandene Vorschläge abstimmen.

Mein Besuch auf der Basta! 2017 Viele, viele Schlagworte, enorme Themenvielfalt

Vom 25.9 bis zum 29.9.2017 fand die alljährliche Basta!-Konferenz wie üblich im schönen Mainz statt. Nach ein paar Jahren „Abstinenz“ war ich wieder einmal dabei und mit einem Vortrag mit dem Thema „Moderne VB-Programmierung“ vertreten. Es ist klar, dass Visual Basic nicht mehr das ganz große Thema ist (um es nett zu umschreiben), aber da die Basta! einst als „BASIC-Tage“ begann und dieses Jahr bereits das 20-jährige Jubiläum gefeiert wurde, für die Branche eine Ewigkeit, durfte auch ein Vortrag zu Visual Basic nicht fehlen. Fand ich und der Veranstalter sah es zum Glück auch so, so dass ich am Dienstag um 14 Uhr 30 im Watford A Saal auch tatsächlich einige VB-Entwickler begrüßen konnte.

Insgesamt fiel mir auf, dass die Basta! längst keine reine .NET-Konferenz mehr ist. Es wird ein vielseitiger Themenmix angeboten, der auch reine Webthemen umfasst, die nichts mit .NET zu tunhaben. Viele Schlagworte gab es vor 5 Jahren schlicht nicht, einige sagen mir auch heute noch nichts. Von Ionic hatte ich zum ersten Mal gehört als ich den jungen Mann, der auf der Fahrt zur „VIP-Reception“ am Montagabend im Bus neben mir saß fragte, welche Themen er denn vortragen würde.

Hier ist eine „kleine“ Kostprobe aus dem reichhaltigen Repertoire an Schlagworten und Abkürzungen aus der Konferenzagenda: Microservices, TypeScript, Angular, Angular Router, Docker, Universal Windows Apps, Flexbox CSS, Ionic, Iot-Services, npm, Yarn5, Hadoop, DevOps, Hololens, Hateoas, CQRS, Xamarin, Webpack, RxJS, Alexa, Git, Seneca, Electron, Kubernetes, Cognitives Services, Jekyll, Bitcoin usw. usw.

Keine Frage, die IT-Branche ist in den letzten Jahren enorm gewachsen (und für alle diese Themen werden offenbar Spezialisten gesucht was ja grundsätzlich positiv ist). Eine Konferenz wie die Basta! bildet alle diese Themen ab. Schön, dass es noch Vorträge mit für mich auf Anhieb verständlichen Titeln wie „Neues bei C# 7.0“ gab. Stark vertreten sind nach wie vor Vorträge zum Thema Projektmagenment. Ein sehr guter Vortrag, den ich eher zufällig besucht hatte, war „Auf zum Mond! Agilität und DevOps vor fünfzig Jahren – und heute?“ von Thomas Buch, in dem dieser die Lehren, die in Bezug aus dem großen Projekten der Weltraumbehörde NASA in den 70er Jahren gezogen werden können, auf Software-Entwicklungteams übertrag.

Dienstag-Abend wurde die Rheingold-Halle zum Oktoberfest-Festzelt umkonfiguriert – es gab natürlich Bier (allerdings nicht aus Bayern, der Gerstensaft stammte vielmehr aus dem ca. 160 Km entfernten Bitburg), die obligatorischen Haxen, jede Menge Brezeln und andere Zutaten, die in jedes Festzelt passen. Der Höhepunkt des Abends war die Verlosung eines nagelneuen Strandkorbs. Auch das hat Basta!-Tradition, Teilnehmer der Anfangsjahre werden sich erinnern. Die Finalisten auf der Bühne mussten anhand von vorgespielten Modemtonfolgen erkennen, ob es sich um ein 14.4, 33.6 oder 56 K-Modem handelt. Die Älteren werden sich erinnern. Eigentlich eine schwer bis unlösbare Aufgabe, da sich für mich alle Tonfolgen gleich anhörten (dabei war ich bereits 1981 stolzer Besitzer eines 300 Baud-Modems) dennoch gab es einen Gewinner: Ein Entwickler aus Aurich und damit aus einer Gegend, in der Strandkörbe aufgrund der Nähe zu verschiedenen Nordseestränden ein vertrauter Anblick sind, war der glückliche Gewinner. Nach eigener Aussage hatte er sich schon immer ein solches Möbelstück für den Garten gewünscht – von daher hätte es nicht besser passen können.

Das Programm der Basta! 2017 in Mainz findet ihr hier: https://basta.net/programm/

Die nächste Basta! findet vom 19. bis 23.2.2018 in Frankfurt statt (übrigens zeitgleich zum Microsoft Technical Summit, der am 21. und 22.2.2018 ebenfalls in Frankfurt stattfinden wird).

Abschließend noch ein paar von mir geschossene Schnappschüsse von der Basta! 2017.

Mein Vortrag auf der Basta! 2017

Ich bin Sprecher auf der Basta! 2017

Nach einigen Jahren Pause werde ich auf der nächsten Basta!-Konferenz wieder einen Vortrag halten. Es ist keine gewöhnliche Konferenz. Die einstigen „BASIC Tage“ feieren ihr 20 jähriges Jubiläum als Konferenz.

Mein Thema ist (natürlich) Visual Basic. Auch wenn die Sprache für viele ein wenig wie aus der Zeit gefallen erscheinen mag, ist wie immer noch sehr attraktiv. Selbst Schulungsanfragen zu Visual Basic 6.0 treffen von Zeit zu Zeit noch ein. Mit .NET Core 2.0 steht Visual Basic auch beim portablen .NET Framework zur Verfügung und läuft damit auch unter Linux und Mac OS. Da sich mit .NET Core keine Desktop-Anwendungen erstellen lassen, ist dies eher eine hübsche Randnotiz.

In meinem Vortrag wird es in erster Linie um die Spracherweiterungen gehen, die mit den jüngsten Versionen 14.0 (Visual Studio 2015) und 15.0 (Visual Studio 2017) dazu gekommen sind. Wer hätte gedacht, dass Visual Basic es soweit bringen würde. Außerdem wird es um .NET Core 2.0 und einen kurzen Ausblick auf Xamarin und Docker (!) geben.

Weitere Infos zur Basta! gibt es wie immer unter der folgenden Adresse: http://www.basta.net.

Die Anzahl an Themen und vor allem Sprechern ist wirklich erstaunlich. Das bedeutet ein volles Programm an den drei Hauptkonferenztagen. Ich freue mich auf den Vortrag und hoffe, dass es noch ein paar VB-Fans gibt, die kommen werden.