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StackOverflow führt offenbar ein Click-Limit ein – droht dem Copy&Paste-Coding damit das Aus?

Ausgerechnet zum 1. April führt StackOverflow (S0) eine Neuerung ein, die vielen Entwicklern, die ohne SO nicht mehr produktiv entwickeln können, nicht gefallen wird und vielleicht sogar dazu könnte, dass das Know how für die tägliche Programmierung (etwa „wie führe ich einen SQL-Join durch?“, „Wie sortiere ich eine Hashtable per LINQ?“ oder „Welche Alternativen gibt es zu JavaScript?“) wieder aus klassischen Quellen (etwa einem Fachbuch) bezogen werden muss.

In Zukunft soll es offenbar eine Begrenzung der Copy-Shortcuts pro Session geben, wenngleich nicht klar ist, auf welchen Zeitraum sich die Begrenzung bezieht. Eventuell gilt das Limit von 3 Copy-Shortcuts pro Tag, es könnte aber auch an die IP-Adresse gekoppelt sein. Dann würde es lebenslänglich gelten.

Bild: In Zukunft kein Copy-Paste-Coding mehr möglich?

Kostenlos sind 3 Copy-Shortcuts, weitere Copy-Aktionen sind dann nur noch über ein spezielles Keyboard möglich, das exlusiv von StackOverflow vertrieben wird.

Bild: Wer StackOverflow in Zukunft uneingeschränkt für Copy&Paste-Coding nutzen möchte, benätigt dafür eine proprietäre Hardware-Erweiterung

Auch wenn klar ist, dass StackOverflow irgendwann auch einmal Geld verdienen muss, für mich ist das der falsche Ansatz. Entwickler zu irgendetwas zwingen zu wollen, hat noch nie etwas gebracht (sonst gäbe es schon längst fehlerfreien Code).

Ich werde mir das Keyboard definitiv nicht anschaffen und in Zukunft einfach andere Quellen nutzen. Dass ich aber offizielle Dokumentationen durchforsten werde, kann ich mir nur schwer vorstellen. Im Grunde läuft es auf die simple Frage hinaus, wie Software-Entwicklung vor der Erfindung von StackOverflow überhaupt möglich war. Die Frage können vielleicht EDV-Historiker beantworten.

Bye, bye LightSwitch – ein paar Alternativen (to be continued)

LightSwitch war eine gute Idee, die leider nicht gut genug umgesetzt wurde und am Ende aus mehreren Gründen scheiterte. An der Nachfrage kann es nicht gelegen haben. Im Gegenteil. Wenn ein Entwicklerwerkzeug von Microsoft kommt, besitzt es automatisch einen höheren Stellenwert als wenn der Hersteller eine unbekannte Softwarefirma ist. Es wird automatisch darüber auf allen Kanälen berichtet, Buchverlage kündigen Bücher an bevor das Produkt offiziell erhältlich ist, es gibt Schulungen, es gibt die ersten MPVs, es ist ein Thema auf Konferenzen – kurz, es gibt jede Menge kostenloser Werbung.

Eine Erfolgsgarantie geht damit aber nicht automatisch einher (wer erinnert sich noch an Quick Pascal, mit Microsoft Ende der 80er Jahre für eine kurze Zeit versuchte Turbo Pascal ein wenig Konkurrenz zu machen).

LightSwitch war bis VS 2015 noch ein offizieller Bestandteil von Visual Studio. Sogar als Teil der Community Edition. Beim aktuellen VS 2017 ist es leider nicht mehr dabei.

Kurzer Exkurs: Das Attribut „tot“ besitzt in der Softwarebranche bekanntlich eine eigene Bedeutung. Ich habe des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass „tot“ gesagte Produkte eine eigene Dynamik entwickeln (der Brotkasten C64 ist das beste Beispiel. Erst nachdem die Produktion offiziell eingestellt wurde, ging es erst richtig los in der Zubehörszene).

LightSwitch kann also nach wie vor für die Entwicklung von Anwendung verwendet werden, man benötigt aber VS 2015. Wie es mit der kostenlosen Community Editon funktioniert beschreibt (Ex-) LightSwitch-Guru Michael Washington auf seiner Webseite:

http://lightswitchhelpwebsite.com/Blog/tabid/61/EntryId/3286/How-To-Get-Visual-Studio-LightSwitch-For-Free.aspx

Ein Heise-News-Beitrag von Alexander Neumann beschreibt zwar, dass Microsoft die Entwicklung von LightSwitch eingestellt hat, ich konnte aber bei Microsoft selber nichts finden:

https://www.heise.de/developer/meldung/Microsoft-beerdigt-Visual-Studio-LightSwitch-3354139.html

Schade, denn LightSwitch hatte Potential. Gerade für Entwickler. Ich habe sogar zwei (?) Schulungen zu LightSwitch durchgeführt und ein kleines Programmierprojekt umgesetzt. Bei diesem Projekt wurden mir aber auch die Grenzen des Tools deutlich vor Augen geführt oder es lag an mir, dass ich mir einiges vielleicht zu einfach vorgestellt hatte (auch wenn es vielleicht so aussah als müssen man sich nur durch einen Assistenten hindurchklicken, die Umsetzung von m:n-Beziehungen sollte man in einer GUI abbilden können).

Da der Bedarf nach einem RAD-Tool unter Windows immer noch groß sein dürfte, werde ich in diesem Blog-Eintrag verschiedene Alternativen vorstellen, auf die ich oft nur durch Zufall stoße, da sie von kleinen Firmen stammen, die man leicht übersehen kann. Der Blog-Eintrag wird über die kommenden Monate immer mal wieder aktualisiert.

Gleich vorweg: Den 1:1 Ersatz für LightSwitch gibt es nicht. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, da der von LightSwitch am Anfang verfolge Ansatz ohne eine Zeile Code zu einer fertigen Anwendung zu kommen ohnehin nur für einen kleinen Teil der LightSwitch-Anwender attraktiv war.

Keine der Alternativen ist kostenlos was ebenfalls positiv ist. Kostenlose Community Editions anzubieten, in der alle Features enthalten sind, kann sich nur ein Konzern mit einem üppig gefüllten Bankkonto leisten.

Xojo


Umfangreiches RAD-Tool mit einer an Visual Basic angelehnten Programmiersprache. Das Tool startete eins unter dem Namen RealBasic und wurde im Laufe seiner Geschichte ein paar Mal umbenannt.

https://www.xojo.com/

RadZen


Interessantes Werkzeug, das auf dem JavaScript-Framework Angular basiert. Auch Michael Washington (der erwähnte LightSwitch-Experte) ist von dem Tool sehr angetan, so dass ich es mir in naher Zukunft einmal anschauen werde:

https://www.radzen.com