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Google Classroom für Programmierer-Schulungen?

Ich gebe seit vielen Jahren Schulungen für Menschen, die Programmieren lernen wollen. Seit einigen Jahren verwende ich für meine VHS-Kurse Python, da die Programmiersprache aus verschiedenen Gründen ideal nicht nur für das Programmieren lernen geeignet ist.

Eine Herausforderung in den VHS-Kursen ist, dass mit Menschen mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen zusammenkommen. Die wenigsten besitzen Programmierfahrung. Der Einsatz einer IDE wie Visual Studio, Eclipse oder auch Visual Studio Code kommt daher nicht in Frage, da die Besondheiten einer „komplexen“ Anwendung und die zwangsläufig gemachten Fehler nicht nur den Lernfortschritt am ersten Abend, sondern auch gleich die „Stimmung“ im Kurs gefähren würden. Gleichzeitig sind Lernfortschritt und die Bereitschaft, sich auch zwischen den Kursabenden mit dem Thema zu beschäftigen. sehr unterschiedlich.

Einen idealen Kurs stelle ich mir so vor, dass jeder Schülervon mir in Abhängigkeit seiner Vorkenntnisse unterschiedlichen Aufgaben erhält, so dass ich indivuell auf die unterschiedlichen „Lernprofile“ eingehen kann (was natürlich zeitaufwändig ist und im Rahmen eines VHS-Kurses auch gar nicht vorgesehen ist bzw. von den Teilnehmern auch gar nicht erwartet wird – es ist daher in erster Linie mein persönlicher Anspruch, dass jeder Teilnehmer am Ende nach seinen Voraussetzungen und Möglichkeiten das Maximale vom Kurs mitnehmen soll).

Auch wenn ich im Kurs im Grunde nur PowerPoint-Folien (trotz intensiver Anstrengungen komme ich von PowerPoint nicht los – in erster Linie, weil es für meine Ansprüche keine echten Alternativen gibt – mein Abo bei slides.com habe ich vor kurzem auslaufen lassen, da ein automatisiertes Hochladen von Inhalten offenbar nicht gewünscht ist und es praktisch keinen Support gibt) und Programmierbeispiele, stelle ich die Folien seit Jahren über Moodle zur Verfügung (die Beispiele dagegen über GitHub, da die Integration in eine IDE wie Visual Studio Code einfach ideal ist). Ich würde Moodle gerne intensiver nutzen, doch bislang ist mir das aus verschiedenen Gründen nicht gelungen (ein Grund ist, dass es für einen lockeren „Lernverbund“, wie er im Rahmen eines VHS-Kurses vorliegt, keine echte Notwendigkeit für eine Lernverwaltung gibt, ein anderer ist, dass die Bereitschaft, sich mit einer Lernumgebung zu beschäftigen, bei den Teilnehmern erfahrungsgemäß auch nicht so groß ist wie sie sein müsste).

Nun zum Thema meines Blog-EIntrages (der wohl in erster Linie wieder ein „Memo an mich“-Typ von Eintrag ist;): Für das Verwalten eines Kurses, einer Schulung, einer Schulklasse macht Google Classroom auf mich einen guten Eindruck. Das Anlegen eines Kurses ,von Aufgaben und vor allem das Zuteilen von Aufgaben an einzelne Schüler verbunden mit einem individuellen Bewertungssystem ist mit minimalem Aufwand möglich. Die Benutzeroberfläche, typisch für Google, einfach, reaktionsschnell und intuitiv bedienbar.

Ich bin generell etwas skeptisch, was Googles kostenlose Angebote angeht (Stichwort Privatsphäre), aber wenn man keine persönliche Details austauscht und sich auf das Zuteilen und Bewerten von Aufgaben beschränkt, scheint mir Google Classroom eine sehr interessante Option zu sein. Leichter kann das EInrichten einer Lernumgebung und das Zuteilen von Aufgaben eigentlich nicht mehr werden.