Archiv der Kategorie: Buchtipps

Tipps zu Büchern, die ich gelesen habe

Zum Tod von Paul Allen

Am 15.10.2018 verstarb Paul Allen an den Folgen seiner Krebserkrankung, die bereits in jungen Jahren (er war damals 29 Jahre alt) diagnostiziert wurde. Wem der Name nichts oder nur wenig sagt. Paul Allen gründete 1975 zusammen mit seinem Schulfreund Bill Gates die Firma Microsoft, die in wenigen Jahren zu einem Weltkonzern wurde und heute einen Jahresumsatz von 110 Milliarden Dollar erwirtschaftet und über 120.000 Mitarbeiter beschäftigt. Paul war einer der drei Programmierer die damals einen BASIC-Interpreter, auf dem allerersten Heimcomputer, den Altair 8080, implementierten. Ihnen stand dafür lediglich 4.096 Speicherzellen zur Verfügung (die anderen beiden Programmierer waren Bill Gates und Monte Davidoff, der für die Implementierung der zur damaligen Zeit sicher sehr anspruchsvollen Fließkommaartihmentik zuständig war).

Paul Allen verließ die Firma bereits relativ früh. Teils aufgrund seiner frühen Krebsdiagnose, teils weil er mit der Geschäftspolitik seines Freundes Bill Gates nicht mehr einverstanden war. Er stand damals vor der Entscheidung, seine Anteile an seinen Partner für einen festen Betrag zu verkaufen oder zu behalten. Er entschied sich für Letzteres und wurde ein paar Jahre später unfreiwilig zu einem Multimilliadär, der nie mehr hätte arbeiten müssen. Er setze sich aber nicht zur Ruhe, sondern versuchte mit <I>Asymmetrix</I> eine neue Softwarefirma zu starten. Deren einziges Produkt war das Entwicklungssystem <I>Toolbook</I> das Menschen mit geringen Programmierkenntnissen die Entwicklung von Windows Programmen ermöglichen sollte (ich erinnere mich noch ganz gut daran wie ich einige Male daran scheiterte mit dem Programm irgendwas halbwegs vernünftiges zu produzieren).

Auch wenn Toolbook bei der Vorstellung von Windows 3.0 einen prominenten Platz erhielt, konnte es sich nicht durchsetzen. Es war seiner Zeit voraus und hätte eine deutlich leistungsfähigere Hardware benötigt. Als sich Bill Gates dann noch für Visual Basic entschied, war das Thema durch und Toolbook Geschichte.

Paul Allen zog sich danach aus der Software-Branche zurück und investierte seinen Reichtum in den Folgejahren in die unterschiedlichsten Projekte. Er gründete eine Firma mit dem Namen Vulcan (welcher Trekkie hätte das nicht gemacht?), finanzierte in seiner Heimatstadt Seattle den Bau der beindruckenden Experience Music Project-Ausstellungshalle (EMP, heute heißt es Museum of Pop Culture) am Fuß der Space Needle und kaufte das ortsanssässige Football Team Seahwaks, um die Abwanderung des Teams in eine andere Stadt zu verhindern.

In der Seattle Times erschien am letzten Sonntag eine sehr liebenswerte „Karikatur“ über einen bedeutenden Sohn der Stadt, der seine wichtigsten Eigenschaften sehr schön auf den Punkt bringt.

https://www.seattletimes.com/opinion/paul-allens-legacy/

Was zeichnete das Leben von Paul Allen aus – außer, dass er als Mitbegründer von Microsoft innerhalb weniger Jahre zu einem der reichsten Männer der Welt wurde? Für mich war es sein Glaube, dass wenn sich Menschen zu einem gemeinsamen Ziel zusammentun, sie alles erreichen können und damit die Lebensgrundlage von sehr vielen Menschen auf dieser Welt verbessern können. Er machte das möglich, was in vielen Fernsehserien und Kinofilmen immmer nur Fiktion bleibt. Er war ein Mensch, der seinen Reichtum größtenteils zum Wohl seiner Mitmenschen eingesetzt und damit viele Menschen, vor allem sicherlich junge Menschen, inspiriert hat sich für das eigene Leben hohe Ziele zu setzen.

Für mich und für viele andere Menschen wäre es überhaupt keine Frage, das eigene Vermögen so zu investieren, dass es die Lebensbedingungen von vielen Menschen verbessert. Insofern hat Paul Allen den Traum sehr vieler Menschen gelebt. Leider verstarb er viel zu früh und es ist unklar, ob und in welchem Umfang sein Werk fortgeführt wird.

Wer sich für das Leben von Paul Allen interessiert, dem sei das Buch „Idea Man“ empfohlen, wenn möglich die Originalversion. Vor allem die ersten ca. 200 Seiten sind sehr lesenswert, da es hier auch noch einmal um die Umstände geht, die zur Gründung von Microsoft führten. Danach flacht das Buch zwar etwas ab, was aber nichts daran ändert, dass es absolut lesenswert ist.

Idea Man von Paul Allen

Irgendwie genial: Ein Bilderbuch erklärt das Web und die Funktionsweise eines Browsers

Auch wenn ich beim Blättern das Gefühl hatte, das alles schon einmal vor 10 Jahren oder länger in ähnlicher Form (was das Blättern angeht) gesehen zu haben, ist das kleine Bilderbuch, das mit einfachen Worten die Funktionsweise des Webs und eines Browsers erklärt, einfach genial:

http://www.20thingsilearned.com/de-DE/home

Ich bewundere Menschen, die so kreativ sind und etwas mit einer solchen Leichtigkeit und dem gewissen Extra auf den Punkt bringen können.

Wissen ohne Ende – ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte

Fortbildung steht hoch im Kurs, das weiß ich sowohl als Trainer für .NET und PowerShell, aber auch als jemand, der selber permanent Wissen aufnimmt und versucht sich neue Techniken beizubringen (aktuell z.B. Authentifizierung von Web-Anwendungen im Zusammenhang mit Azure AD). Natürlich findet man sehr viel Know-how im Web, vor allem als Videos, ber ob man sich stundenlang durch Blog-Einträge, Tutorials, die oft nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind, und mehr oder weniger gut gemacht und verständliche Videos zu klicken, oder man einem jemand ein Themengebiet systematisch erklärt, ist ein großer Unterschied.

Es gibt schon seit Jahren teilweise kostenlose, teilweise kostenpflichtige Weiterbildungsportale. Eines davon ist die Microsoft Virtual Academy, ein anderes die Plattform Udemy (https://www.udemy.com/), ein Drittes das im deutschprachigen Raum beliebte Video2Brain, das, über mehrere Stationen, inzwischen an Microsoft angedockt wurde.

Und da gibt es noch den großen Know-how-Verlag O’Reilly, der schon seit vielen, vielen Jahren für Bücher und Videos mit einem hohen Qualitätsanspruch steht, der so gut wie immer auch eingehalten wird. Vorbildlich.

Von O’Reilly, jetzt komme ich zum Thema dieses Blog-Eintrags, erhielt ich vor kurzem ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte – für 199 US$ (172€) pro Jahr erhält man einen unbegrenzten Zugang zum Safari-Portal, auf dem laut Verlag über 40.000 Bücher und Videos zu allen denkbaren IT-Themen zur Auswahl stehen. Regulär kostet das Abo 399 U$S pro Jahr. Das Abo ist jederzeit kündbar, der Preis, so verspricht es der Verlag, bleibt für immer konstant. Normalerweise bin ich bei solchen Angeboten skeptisch, da ich erfahrungsgemäß aus den unterschiedlichen Gründen nur einen Bruchteil des Angebots nutze, so dass der Erwerb der einzelnen Bücher in jedem Fall um einiges günstiger wäre (der Klassiker sind die Visitenkarten, die einem mit dem Argument verkauft werden, dass 300 Stück statt 50 Stück doch deutlich günstiger sind – bezogen auf den Stückpreis – das Ergebnis ist, das noch ca. 280 Stück in dem kleinen Pappkarton liegen, in dem sie geliefert wurden). Bei dem Angebot habe ich das Gefühl, dass es sich lohnen – alleine die freie Auswahl bei den Trainingsvideos zu haben ist für jemanden, der selber Schulungen durchgeführt, das Geld wert.

PS: Das Angebot gilt noch bis zum 4. August 2016 – wer diesen Blogpost zufällig heute (4.8) lesen sollte, kann sich das Angebot noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Weitere Infos gibt es unter https://www.safaribooksonline.com