Archiv für den Monat: Mai 2016

25 Jahre Visual Basic und ein Blick in die Zukunft

Vor 25 Jahren, am 21. Mai 1991, wurde, damals noch von Bill Gates höchstpersönlich, Visual Basic 1.0 vorgestellt (unter dem Codenamen Thunder war es schon seit über einem Jahr für „Beta-Tester“ erhältlich – ich erinnere mich noch gut an meine erste Vorführung durch den damaligen Produktmanager in den Räumen der Microsoft GmbH in Unterschleißheim).

Die damalige Ankündigung von Bill Gates gibt es bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=bMz2Mgs7UU0&feature=related

In dem Video geht es in erster Linie um Neuerungen von Windows 3.1 – am Anfang stellt Bill Gates „Object Linking and Embedding“ vor – im Rückblick eine der zahlreichen Techniken, die man heute als „epic fail“ bezeichnen würde. Visual Basic gehört zum Glück nicht dazu. Die Faszination von Visual Basic und die Aubruchstimmung, die es bei vielen Entwickler und solchen, die es gerne werden wollten, erzeugt hat, wird durch das kleine Programm, das Bill vorführt (er gibt offen zu, dass er die Befehle nicht selber eintippt, sondern lediglich ein Makro verwendet;), sehr schön deutlich. Kurios ist auch wie Bill Gates am Ende noch einmal das Thema Handschrifterkennung anpreist – ein Thema, das mit dem aktuellen Windows 10 Update („Windows ink“) wieder einmal aufgegriffen wurde.

Seit der Ankündigung der Version 1.0 damals im Mai 1991 ist viel passiert – Visual Basic hat die Welt der Windows-Programmierung so stark verändert wie keine andere Programmiersprache, auch wenn die großen Windows-Anwendungen damals wie heute in C++ programmiert werden. Genauso hat Visual Basic die Entwickler weltweit polarisiert – die einigen lieben die Sprachen und wollen sie gegen keine andere Sprache tauschen, die anderen lassen keine Gelegenheit aus sich nicht gerade positiv über „Vaubeh“ zu äußern. Die größten „Kritiker“ sind oft jene Entwickler, die die Sprache nur vom Hörensagen kennen. Dieses Element dürfte auch bei der aktuellen StackOverflow Survey eine Rolle gespielt haben, bei der VB mit großer Mehrheit zur unbeliebtesten Programmiersprache gekürt wurde (http://stackoverflow.com/research/developer-survey-2016).

Den „Todestoß“ hat dem ursprünglichen Visual Basic aber nicht die Abneigung anderer Entwickler versetzt, sondern leider Microsoft selber, in dem im Jahr 2000 ohne Not die Weiterenntwicklung von Visual Basic mit der Version 6.0 beendet wurde. Auch wenn der Nachfolger VB.NET intern die Versionsnummer 7.0 trug, war das nicht mehr das Visual Basic, das einst soviele Menschen begeistert hatte. Mit VB.NET war nichts mehr so wie es einmal war, sieht man von dem halbherzigen Versuch ab die Sprachsyntax zu erhalten. Im Laufe der Versionen, vor allem mit Visual Studio 2005, wurde es zwar dank My-Objekt, Edit and Continue und einer gut durchdachten Datenbindung bei Windows Forms etwas besser, die ursprüngliche Leichtigkeit bei der Programmierung kehrte nicht mehr zurück.

Eine sehr schöne Zusammenfassung der unterschiedlichen Ansichten zu Visual Basic als Programmiersprache und „Lebensgefühl“ fassen die Kommentare zu einem Blog-Eintrag im Microsoft Dotnet-Blog zusammen:

https://blogs.msdn.microsoft.com/dotnet/2016/05/20/happy-25th-birthday-vb/

Eine „Liebesklärung“ an VB an mir besonders gut gefallen:

Happy birthday VB,
You’re the best at productivity.
We’ll use you forever,
And love you unconditionall

Ich denke, dass es vor allem die Loyalität vieler solcher Entwickler war, die den zahlreichen Versuchen Visual Basic auf ein Abstellgleis zu schieben getrotzt hat. Ungeachtet aller „Kritik“, Visual Basic lebt, die Sprache wird nach wie vor eingesetzt und vor allem aktiv weiterentwickelt.

Einen kurzen Ausblick auf die Neuerungen der nächsten Visual Basic-Version, die Teil von VS 2015 ist, gibt ein relativ kurzes Video auf Channel 9, das während der letzten Ignite-Konferenz entstanden ist:

https://channel9.msdn.com/Events/Ignite/2015/C9-26?ocid=player

Die wichtigste Neuerung ist natürlich, dass win Refactoring endlich auch bei Visual Basic zur Verfügung steht. Der kurze Überblick endet mit einem vielversprechenden Satz „VB in Visual Studio 2015 is super cool“. Na, also,.

Ein exklusiver Blick in mein Buchregal und dem Originalhandbuch zu Visual Basic 1.0

Ein exklusiver Blick in mein Buchregal und dem Originalhandbuch zu Visual Basic 1.0

Damals eine absolute Rarität (heute auch noch) - eine VB 3.0-CD (leider nur auf Englisch)

Damals eine absolute Rarität (heute auch noch) – eine VB 3.0-CD (leider nur auf Englisch)

Die Zukunft von C# – und ein Seitenhieb auf Visual Basic

Ein Highlight einer jeden PDC und inzwischen der Build-Konferenz war die „Future of C#“-Session, in der es, der Titel legt es nahe, um die Zukunft von C# ging. Früher noch von dem Erfinder der Sprache, Anders Hejlsberg, durchgeführt, inzwischen beschäftigt sich Anders lieber mit TypeScript, so dass Mads Togersen diese Rolle übernommen hat. Auf der letzten Build 2016 gab es natürlich wieder einen „Future of C#“-Talk, in dem es bereits um das kommende C# 7.0 ging:

https://channel9.msdn.com/events/build/2016/b889

Bemewerkenswert, wenn auch nicht unbedingt im positiven Sinne, fand ich eine humorvoll gemeinte Einlage der beiden Sprecher, in der sie die jährlich auf Stackoverlow durchgeführte „Developer Survey“ zitierten, in der u.a. nach den beliebsten, aber auch nach den „most dreadful languages“ gefragt wurde. Zur Belustigung aller Anwesenden war ausgerechnet Visual Basic mit knapp 80% klarer Spitzenreiter in der zweiten Kategorie. Die sehr interessante Umfrage gibt es hier:

http://stackoverflow.com/research/developer-survey-2016

Tja, der typische Visual Basic-Entwickler nutzt halt kein StackOverflow, sondern kommt selber auf eine Lösung;)

Interessant fand ich auch, dass erst ab der Gruppe der 50 jährigen StarTrek beliebter als StarWars ist. Damit kann ich wiederum zu 100% identifizieren.

Visual Paradigm Community Edition – ein kostenloses Tool für das Erstellen von UML-Diagrammen

Wer als Entwickler auch konzeptionell tätig ist oder Projektleiter ist bzw. ein einfach nur Angebot erstellen muss, kommt um das Thema UML nicht herum. Sei es, um die Funktionalität einer geplanten Anwendung zumindestens grob als Anwendungsfalldiagramm zu beschreiben oder die Klassen der Anwendung als Klassendiagramm. Es gibt „tausende“ von Anwendungen, kostenlos, als Open Source oder kommerziell, mit deren Hilfe sich komfortabel alle denkbaren Sorten von UML-Diagrammen erstellen lassen – und inzwischen auch sehr gute Angebote im Web wie z.B. http://www.umlet.com/umletino oder http://sequencediagram.org, wenn es nur um Sequenzdiagramme geht, die für mich neben den obligatorischen Use Cases und den Klassendiagrammem am wichtigsten sind.

Meine persönliche Empfehlung ist Visual Paradigm, das es in der Community Edition kostenlos gibt. Ich habe mich mit dem Tool einige Tage beschäftigt und bin inzischen überaus positiv angetan von der Kombination aus Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit. Von dem Umstand, dass es kostenlos erhältlich ist einmal abgesehen, wenngleich ich als Software-Entwickler, der (noch) nicht umsonst arbeitet natürlich auch bereit bin ein Produkt zu kaufen.

Weitere Infos gibt es unter https://www.visual-paradigm.com/

Was verdienen Entwickler?

Als freiberuflicher Entwickler denkt man beim Thema Bezahlung in der Regel in Tages- oder Stundensätzen, die meisten Entwickler, vor allem in DACH (Deutschland/Österreich und Schweiz) sind festangestellt. Vor kurzenm veröffentlichte die Bundesanstalt für Arbeit einen umfangreichen „Entgeltatlas“ für alle Berufsgruppen, die von der Anstalt betreut werden:

https://entgeltatlas.arbeitsagentur.de/entgeltatlas

Auch wenn die Zahlen aus dem Jahr 2014 stammen und nicht für jedes Bundesland ausreichende Daten vorliegen ist es doch interessant, einen Überblick über den durchschnittlichen Bruttolohn für Entwickler zu erhalten. Nicht überraschend ist das klare Ost-Süd-Gefälle.

Mole ist wieder da…

Ich hatte fast schon die Hoffnung aufgegeben. Nachdem die verantwortlichen Entwickler offenbar für eine Weile auf Tauchstation gegangen waren, meldete sich vor ein paar Tagen Karl Shifflet per Mail und teilte mit, dass Mole 2015 für alle kostenlos sei. Immerhin. Zwar sind meine 50 USD, die ich damals (vermutlich als einziger) für eine ältere Version bezahlt hatte, für die Katz, aber immerhin kann ich das Tool wieder benutzen (ich hatte nach einem Rechnerumzug den Lizenzschlüssel verloren und die Entwickler, wie erwähnt, nicht mehr erreichbar waren, konnte ich Mole nicht mehr starten.

Um was geht es eigentlich? Mole ist ein komfortabler Visualizer für Visual Studio, der beim Debuggen praktisch ist, da nicht nur die Inhalte von Collections etwas komfortabler angezeigt werden, sondern z.B. auch Visual und Logical Tree bei WPF.

Weitere Infos gibt es im Projektportal https://github.com/Oceanware/Mole2015 und in der Visual Studio Gallery https://visualstudiogallery.msdn.microsoft.com/1d05cb44-8686-496b-9af3-4ed3deed3596

Offenbar lässt sich die Version aber nicht in der Community Edition installieren was, wenn es dafür keine technische Erklärung gibt, wieder ein typischer fail wäre.