Archiv für den Monat: März 2019

Mein Einstieg in das Thema Quantencomputer

Gleich vorweg, der folgende Beitrag ist alles andere als ein ernst zunehmender Beitrag zum Thema Quantencomputer. Ich habe von dem Thema ähnlich viel Ahnung wie etwa von der Herzchirurgie, dem Komponieren klassischer Musik (bzw. generell von Musik), dem Zubereiten von Sushi, dem Bergsteigen, dem Segeln usw. (die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen). Inspiriert hat mich der Beitrag von einem gut gemachten „Multimedia-Spezial“, das vor ein paar Tagen ausgerechnet im Handelsblatt zum Thema Quantencomputing erschienen ist:

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/sxsw-2019/sxsw-2019-auf-dem-weg-zum-schnellsten-computer-der-welt/24072690.html

Einer Meldung, dass IBM erstmals einen Quantencomputer als kommerzielle Dienstleistung anbietet bzw. anbieten wird (es gibt also bereits etwas, das funktioniert):

https://www.channelpartner.de/a/ibm-stellt-kommerziell-nutzbaren-quantencomputer-vor,3335033

Und hatte nicht auch Microsoft vor nicht allzu langer Zeit etwas angekündigt? Richtig, neben einer Programmiersprache mit dem vielversprechenden Namen Q# gibt es bereits seit vorletztem Jahr ein „Quantum Development Kit“ zum Download, das unter dem ebenfalls äußerst vielversprechenden Titel „Getting started with Quantum development“ zum Ausprobieren gerade zu einlädt:

https://www.microsoft.com/en-us/quantum/development-kit

Der Download, der lediglich das .NET Framework in einer aktuellen Version (4.7) voraussetzt, umfasst nicht nur einen Compiler für Q#, sondern auch eine Visual Studio-Vorlage (innerhalb von C#), so dass dem ersten Quantencomputer-Programm theoretisch nichts im Weg steht. Ausgeführt wird dieses Programm natürlich nicht auf einem echten Quantencomputer, sondern lediglich auf einem lokal installierten „Simulator“. Aber immhin. Auch Cloud-Programme müssen nicht unbedingt in der echten Cloud ausgeführt werden, auch dafür gibt es Simulatoren.

Abb. Zu der Fülle an Programmiersprachen, die Visual Studio unterstützt, ist mit Q# eine weitere Microsoft-Sprache hinzugekommen


Ich habe das „Hallo, Welt“-Programm, das innerhalb der Microsoft-Dokumentation Schritt für Schritt beschrieben wird, selber ausprobiert und war schon beeindruckt, auch wenn ich, das gebe ich gerne zu, keine Ahnung davon hatte was genau ich abgetippt und erfolgreich zur Ausführung gebracht hatte – aber das war bei einem meiner ersten Maschinensprachelistings, die ich Anfang der 80er Jahre abgetippt hatte, nicht anders.

Unter der folgenden Adresse kann jeder das Quickstart-Beispiel selber umsetzen

https://docs.microsoft.com/de-de/quantum/install-guide/?view=qsharp-preview

Der Umstand, dass Q# und das Kit bereits Teil der offiziellen Microsoft-Dokumentation sind suggeriert, dass das Ganze keine Eintagsfliege ist, sondern, dass in Zukunft noch einiges folgen könnte bzw. folgen wird. Es gibt noch andere Beispiele, die alle sehr faszinierend klingen. Unter anderem aus dem Bereich Chemie (was mich wiederum anspricht, da ich vor vielen, vielen Jahren auch einmal Chemie studiert hatte).

Hat Quantenprogrammierung Potential? Mit SIcherheit, wenngleich Experten zufolge die ersten praxistauglichen Quantencomputer nicht vor 2013 zur Verfügung stehen werden. Und dann auch nicht in der Form, dass man sich die Hardware in den Keller stellt und für eine Kühlung nahe dem absoluten Nullpunkt sorgt, sondern als gehostetes Angebot, etwa als weiterer Azure-Dienst.

Schreibe ich bereits an einem „Q# Kompendium“ oder einem „Jetzt lerne ich Q#“-Buch für Markt&Technik? Das mit Sicherheit nicht (wenn ich noch einmal ein Programmiersprachenbuch schreiben werde, dann eher zu Python oder X#). Aber es ist definitiv faszinierend, dass man innerhalb von wenigen Minuten aus dem Stand ein kleines Q#-Programm schreiben kann, das theoretisch auch auf einem echten Quantencomputer ausgeführt werden könnte. Die Zukunft hat (wieder einmal) begonnen.