Archiv für den Monat: Mai 2019

Cmd, Bash oder Pwsh – noch etwas einfacher starten über eine Abkürzung, die mir bislang neu war

Ich finde es immer nett, wenn man doch noch etwas Neues lernt, ohne danach gesucht zu haben. Beim Betrachten eines Developer Videos von der letzten Build (2019) verriet der Sprecher gleich zu Beginn einen kleinen Trick, den ich auch nach 30+ Jahren Dasein als Windows User noch nicht kannte (es gibt ihn vermutlich auch erst seit kurzem): Gibt man die Adressleiste des Explorer cmd, bash oder pwsh ein, startet die entsprechende Shell (bei Bash und PowerShell natürlich nur dann, wenn das Windows Subsystem für Linux (WSL) bzw. PowerShell Core zuvor installiert wurden). Irgendwie nett.

Eine (beinahe?) vollständige Liste aller .NET-Programmiersprachen

Als das .NET Framework im Juli 2000 auf einer großen Entwicklerkonferenz in Orlando/Florida von Bill Gates zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, legte man damals großen Wert darauf zu betonen, dass die CLR theoretisch für alle Programmiersprachen geeignet ist (warum das so wichtig sein sollte, habe ich nie verstanden – vermutlich der damals übliche Marketing-Hype, um sich von Java abzugrenzen). Richtig durchgesetzt hat sich (um es einmal vorsichtig zu formulieren) neben C# keine weitere Programmiersprache. Selbst F#, da damals mit viel Potential gestartet wurde, ist aus meiner Einschätzung über den Status „Geheimtipp“ nicht hinausgekommen. Trotzdem ist es faszinierend, welche Vielfalt an .NET-Programmiersprachen in den Folgejahren entstanden ist.

Eine gute (vermutlich aber nicht ganz aktuelle) Übersicht findet ihr unter der folgenden Adresse:

https://www.wikizero.com/de/Liste_von_.NET-Sprachen

Einige Namen sind vertraut, andere vermutlich neu. Ich wusste z.B. bislang nicht, dass es ein L# gibt, also eine Lisp-Implementierung für .NET.

Die Sprache Vulcan.Net (die .NET-Portierung des gerade bei uns in den 90er Jahren weit verbreiteten Visual Object, das wiederum über Clipper auf dBase zurückgeht) ist mir inzwischen sehr vertraut, da ich seit einiger Zeit an einem Softwareprojekt arbeite, bei dem der wirklich sehr gute Nachfolger X# zum Einsatz kommt.

Wer sich die damalige Keynote, in der Bill Gates das .NET Framework vorstellt, noch einmal anschauen möchte, auf Channel 9 gibt es die Aufzeichnung:

https://channel9.msdn.com/Events/PDC/PDC-2000

Das Video ist alleine schon während des kurzen Rückblicks am Anfang über die Geschichte des PCs sehenswert. Erstaunlich, was sich in knapp 2 Minuten zusammenfassen lässt.

Es geht originell weiter, da in einem genauso künstlichen wie albernem Video viel von dem beschrieben wird, was auf der letzten Build 2019 erneut als „Zukunftsvision“ verkauft wurde. Dieses Mal aber gewürzt mit KI und einer gigantischen Rechnerleistung, die damals noch nicht einmal in Sichtweite war. Mr. Gates, damals noch ca. 20 Jahre jünger, betritt erst ab Minute 15 die Bühne (und kurz danach ist auch Ralf Westphal bei einem Kameraschwenk über die ersten Reihen im Publikum zu sehen;)

Schöne Übersicht zu LINQ (Visual Lexicon of LINQ)

LINQ sollte inzwischen bei den meisten Entwicklern „angekommen“ sein, immerhin gibt es die Spracherweiterung bereits seit 2008 (wie schnell doch die Zeit vergeht).

Dennoch gibt es natürlich nach wie vor Entwickler, für die LINQ noch neu ist. Eine (wirklich) gelungene Übersicht gibt es im Rahmen der ebenfalls sehr gelungenen Simple Talk-Serie (die von der Firma RedGate gesponsert wird).

Und da wir gerade dabei sind: Ebenfalls genial ist nach wie vor LINQPad von Joseph Albahari: https://www.linqpad.net/ (absolute Kaufempfehlung, auch wenn es eine kostenlose Version gibt).

Die Zukunft von Visual Basic (Stand Mai 2019)

Diese Woche fand wieder einmal die Entwicklerkonferenz Build in Seattle statt. Nachdem ich zunächst eher desinteressiert war, musste ich beim Überfliegen der Konferenzthemen und dem Anschauen einiger Panel-Diskussionen (wieder einmal) feststellen, dass doch einige interessante Themen behandelt wurden. Die für uns Desktop-Entwickler interessanten Neuerungen werden allerdings nicht mehr in der Keynote angekündigt (hier geht es nahe ausschließlich um Azure, AI und wie Geschäftspartner wie Starbucks oder BMW die neusten Microsoft-Technologien in ihren Produkten einsetzen), sondern in den Sessions, die ja den eigentlichen Inhalt der Konferenz ausmachen.

Es ist bemerkenswert, dass das .NET Framework bei Microsoft wieder eine wichtige Rolle spielt bzw. es nicht komplett auf einem Abstellgleis abgeschoben oder gleich (wie z.B. Silverlight) eingestellt wurde. Es ist ein .NET 5 geplant, das .NET Framework, .Net Core und Mono auf eine gemeinsame Codebasis stellt (theoretisch wäre damit auch WinForms unter Linux und MacOS möglich, sofern es dafür tatsächlich einen Bedarf geben sollte).

Interessant war das Language Panel, in dem es u.a. auch um die Zukunft von Visual Basic ging. Das Fazit: Visual Basic lebt als Programmiersprache und es sind interessante Neuerungen geplant. Ein Beispiel ist ein Select Case, das mit regulären Ausdrücken arbeitet. Außerdem soll die VB-Laufzeit, sofern möglich, auf .NET Core portiert werden. Kathleen Dollard, die als PM seit vielen Jahren Mitglied des VB-Entwicklerteams ist, machte deutlich wie engagiert die VB-Community nach wie vor ist und warb für die Vorzüge der Visual Basic-Syntax, die es gerade als Programmiersprache für den Einstieg in die Programmierung empfiehlt (dafür sehe ich inzwischen aber Python als deutlich besser geeignete Alternative).

Alle Sessions der Build 2019-Konferenz kann man sich unter der folgenden Adresse anschauen:

https://mybuild.techcommunity.microsoft.com/sessions

Den Blog des VB-Teams findet man hier:

https://devblogs.microsoft.com/vbteam/