Mit Visual Basic und .NET Core 2.0 zu neuen Ufern aufbrechen – leider nur begrenzt

Mit .NET Core, der Open Source-Implementierung des .NET Framework, ist ab der aktuellen Version 2.0 auch Visual Basic dabei. Damit laufen VB-Programme unter allen Plattformen, auf denen .NET Core 2.0 installiert werden kann. Neben den wichtigsten Linux-Distributionen ist dies Mac OS. Auch ein Raspian Pi-Kleincomputer mit Raspian Linux als Betriebssystem gehört inzwischen dazu: https://blogs.msdn.microsoft.com/david/2017/07/20/setting_up_raspian_and_dotnet_core_2_0_on_a_raspberry_pi/.

Leider wird die theoretisch grenzenlose Freiheit für VB durch die Entwickler bei Microsoft künstlich eingeschränkt, denn es stehen nur Vorlangen für Konsolenprogramme und Klassenbibliotheken zur Verfügung. Die strategische Überlegung dahinter ist, dass damit das Auslagern von VB-Code aus einer WinForms- oder WPF-Anwendung in eine .NET-Standard-Klassenbibliothek ermöglicht wird. Die Klassenbibliotheken können dann z.B. in eine Universal Windows Platform-Appp eingebaut werden, so dass die die „Geschäftslogik“ einer VB-Anwendung ohne sie in C# neu schreiben zu müssen übernommen werden kann.

Theoretisch lassen sich auch ASP.NET-Core-Anwendungen in VB programmieren, doch ohne Vorlagen und „Tooling“ in Visual Studio 2017 wird das Ganze unnötig mühsam.

Schade, ich finde ein Open Source-Projekt wie .NET Core sollte nicht zu stark durch strategische Überlegungen eines Herstellers eingeschränkt werden (auch wenn dieser das Projekt komplett finanziert). Allerdings gibt es offenbar auch sehr wenige Aktivitäten in der VB-Community. Anders als bei F#.

Dennoch gibt es auch für VB-Entwickler einen direkten Draht zu Microsoft in Gestalt des UserVoice-Forums zu Visual Studio:

https://visualstudio.uservoice.com/forums/121579-visual-studio-ide

Hier wird u.a. bereits gefordert, VB.NET in V# umzubenennen oder den Quellcode von VB6 Open Source zu machen. Jeder kann Vorschläge einreichen und über vorhandene Vorschläge abstimmen.

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