Bye, bye LightSwitch – ein paar Alternativen (to be continued)

LightSwitch war eine gute Idee, die leider nicht gut genug umgesetzt wurde und am Ende aus mehreren Gründen scheiterte. An der Nachfrage kann es nicht gelegen haben. Im Gegenteil. Wenn ein Entwicklerwerkzeug von Microsoft kommt, besitzt es automatisch einen höheren Stellenwert als wenn der Hersteller eine unbekannte Softwarefirma ist. Es wird automatisch darüber auf allen Kanälen berichtet, Buchverlage kündigen Bücher an bevor das Produkt offiziell erhältlich ist, es gibt Schulungen, es gibt die ersten MPVs, es ist ein Thema auf Konferenzen – kurz, es gibt jede Menge kostenloser Werbung.

Eine Erfolgsgarantie geht damit aber nicht automatisch einher (wer erinnert sich noch an Quick Pascal, mit Microsoft Ende der 80er Jahre für eine kurze Zeit versuchte Turbo Pascal ein wenig Konkurrenz zu machen).

LightSwitch war bis VS 2015 noch ein offizieller Bestandteil von Visual Studio. Sogar als Teil der Community Edition. Beim aktuellen VS 2017 ist es leider nicht mehr dabei.

Kurzer Exkurs: Das Attribut „tot“ besitzt in der Softwarebranche bekanntlich eine eigene Bedeutung. Ich habe des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass „tot“ gesagte Produkte eine eigene Dynamik entwickeln (der Brotkasten C64 ist das beste Beispiel. Erst nachdem die Produktion offiziell eingestellt wurde, ging es erst richtig los in der Zubehörszene).

LightSwitch kann also nach wie vor für die Entwicklung von Anwendung verwendet werden, man benötigt aber VS 2015. Wie es mit der kostenlosen Community Editon funktioniert beschreibt (Ex-) LightSwitch-Guru Michael Washington auf seiner Webseite:

http://lightswitchhelpwebsite.com/Blog/tabid/61/EntryId/3286/How-To-Get-Visual-Studio-LightSwitch-For-Free.aspx

Ein Heise-News-Beitrag von Alexander Neumann beschreibt zwar, dass Microsoft die Entwicklung von LightSwitch eingestellt hat, ich konnte aber bei Microsoft selber nichts finden:

https://www.heise.de/developer/meldung/Microsoft-beerdigt-Visual-Studio-LightSwitch-3354139.html

Schade, denn LightSwitch hatte Potential. Gerade für Entwickler. Ich habe sogar zwei (?) Schulungen zu LightSwitch durchgeführt und ein kleines Programmierprojekt umgesetzt. Bei diesem Projekt wurden mir aber auch die Grenzen des Tools deutlich vor Augen geführt oder es lag an mir, dass ich mir einiges vielleicht zu einfach vorgestellt hatte (auch wenn es vielleicht so aussah als müssen man sich nur durch einen Assistenten hindurchklicken, die Umsetzung von m:n-Beziehungen sollte man in einer GUI abbilden können).

Da der Bedarf nach einem RAD-Tool unter Windows immer noch groß sein dürfte, werde ich in diesem Blog-Eintrag verschiedene Alternativen vorstellen, auf die ich oft nur durch Zufall stoße, da sie von kleinen Firmen stammen, die man leicht übersehen kann. Der Blog-Eintrag wird über die kommenden Monate immer mal wieder aktualisiert.

Gleich vorweg: Den 1:1 Ersatz für LightSwitch gibt es nicht. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, da der von LightSwitch am Anfang verfolge Ansatz ohne eine Zeile Code zu einer fertigen Anwendung zu kommen ohnehin nur für einen kleinen Teil der LightSwitch-Anwender attraktiv war.

Keine der Alternativen ist kostenlos was ebenfalls positiv ist. Kostenlose Community Editions anzubieten, in der alle Features enthalten sind, kann sich nur ein Konzern mit einem üppig gefüllten Bankkonto leisten.

Xojo


Umfangreiches RAD-Tool mit einer an Visual Basic angelehnten Programmiersprache. Das Tool startete eins unter dem Namen RealBasic und wurde im Laufe seiner Geschichte ein paar Mal umbenannt.

https://www.xojo.com/

RadZen


Interessantes Werkzeug, das auf dem JavaScript-Framework Angular basiert. Auch Michael Washington (der erwähnte LightSwitch-Experte) ist von dem Tool sehr angetan, so dass ich es mir in naher Zukunft einmal anschauen werde:

https://www.radzen.com

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